Lebendiger AdventskalenderVorweg die Einladung zu unserem Advents-Event: Am 15.12. öffnet sich um 16 Uhr unser Türchen! Wir freuen uns, mit Fabricio do Canto (MetaMate) eine Matezeremonie zu begehen und dabei über den der demokratischen Aspekt des Rituals des Matetrinkens zu plaudern. Neben Mate gibt es natürlich auch noch andere warme und kalte Getränke – wir freuen uns auf euch!

Der vergangene Monat begann mit einer weiteren Veranstaltung der Informationsreihe „Verstetigung“ des Quartiersmanagement Sparrplatz am 4.11. Dieses mal lautete das Thema „Wie geht es weiter im Sprengelkiez? Soziale Bedarfe und ihre Deckung durch ein eigenständiges Akteurs-Netzwerk“. Paula Salomo, eine Studentin der Historischen Urbanistik an der TU Berlin, stellte ihre Masterarbeit vor. In dieser untersuchte sie die Potentiale und Bedarfe sozialer Unterstützung und Infrastruktur im Sprengelkiez und erstellte anhand einer Netzwerkanalyse eine Karte des Kooperationsnetzwerkes im Sprengelkiez. Sie kommt in ihrer Arbeit zum Schluss, dass der Sprengelkiez „über eine differenzierte Angebotsstruktur und ein großes Netzwerk an Aktiven“ verfügt und dass sich die „sozialen Probleme […] zwar verringert und eher auf berlinweite Ebene verlagert“ haben, es aber trotzdem wichtig ist „grundsätzliche soziale Angebote zu erhalten und zu fördern“. Weitere Informationen gibt es auf dem Material zum Vortrag.

Am 5.11. waren wir auf dem Markt der Möglichkeiten. Dort stellten sich Initiativen, Organisationen und Institutionen vor, die im Wedding Unterstützung für Geflüchteten anbieten (siehe Programm). Zudem gab es eine Interessanten Vortrag des Bezirksamtes Mitte. Es wurde die aktuelle Lage im Bezirk dargestellt, sowie die Schaffung einer Stelle für die Ehrenamtskoordination für Geflüchtete in Aussicht gestellt. Die Folien zu diesem Vortrag können hier noch einmal nachgelesen werden.

Am 6.11. fand bei uns ein Vortrag von der Fraktion der Piraten in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte über das Portal Open Antrag statt. Dort können Anträge zum Beispiel an die Fraktion der Piraten Mitte gestellt werden, damit diese sie in die BVV einbringt. Wie das ganze genau funktioniert und wie die bisherige Arbeit der Fraktion mit dem Portal lief, haben wir hier festgehalten.

Am 10.11. fand ein interessanter Abend über Elise und Otto Hampel in der Schillerbibliothek statt. Das antifaschistische Arbeiterehepaar war unter Hitler hingerichtet worden. Der Rathausvorplatz soll nach ihnen benannt werden, es gibt aber noch Widerstände. (Details hier, womöglich aber nicht der aktuelle Stand). Wir verfolgten via Twitter erfreut, dass dort volles Haus war, während wir selbst beim Runden Tisch Lepoldplatz teilnahmen. Dort ging es auch wieder um die Zukunft des Café Leo. Inzwischen wurde die Sondernutzungsgenehmigung verlängert. Durch den nahenden Winter und die frühe Dunkelheit fallen weitere Probleme mehr auf:

Am 16.11. nahmen wir am Kiezspaziergang des Runden Tischs „Älterwerden im Sprengelkiez“ teil. Die beruhigende Erkenntnis: Richtig unheimliche Ecken gibt es im Kiez nicht. Aber nun wissen wir, dass Straßenlaternen Nummern haben und wo wir es melden können, wenn sie ausgefallen sind. Am 19.11. fand zum vierten Mal der Markt der Ideen statt, veranstaltet vom Quartiersmanagement Sparrplatz. Stadtgeschichts-Studentin Paula Salomo stellte die Ergebnisse ihrer Netzwerkanalyse noch einmal vor großem Publikum vor. Dann gab es ein „Speed Dating“, um Nachbar*innen oder Vertreter*innen von Vereinen und Akteuren aus dem Kiez kennen zu lernen. Wie immer war an das leibliche Wohl gedacht und es gab Leckeres zu essen. An World Café-Tischen wurde schließlich noch über ehrenamtliches Engagegement und die Aktiven im Kiez gesprochen. An einem der Tische ging es um die Zukunft im Kiez. Neben dem Runden Tisch gibt es jetzt zwar eine begleitende Agentur. Konkrete Ziele oder Ideen konnten wir jedoch an diesem Abend leider nicht vernehmen. Heiko befasst sich schon seit Wochen intensiv mit dem Haushaltsplan für die Jahre 2016/17. Was er im Plenum dazu und zum Antrag der Linksfraktion „Dringend notwendige Investitionen für Berlin statt symbolischer Schuldentilgung“ sagte, ist hier zu sehen: Zusammenfassung: Der Senat ist trotz Haushaltsüberschüsse außerstande, die Investitionsquote zu erhöhen. S-Bahn, Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Hochschulen – der Sanierungsstau wächst. Heiko lehnt das unnötige SIWA-Gesetz (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt) ab. Es führt zu immer mehr Schattenhaushalten. Bei einem Workshop in der Werkstatt der Kulturen (Neukölln) am 28.11. lernte Petra, dass es in Berlin ca. 650 Migrantenorganisationen gibt. Diese leisten unterschiedlichste, immer wichtige Arbeit. Für viele Neuankommende erfüllen sie eine wichtige Funktion beim Ankommen und Einleben.

Am 30.11. war Senator Geisel (Stadtentwicklung und Umwelt) im Sprengelhaus zu Gast. Eingeladen hatte ihn MdA İlkin Özışık, anwesend waren neben Kiezaktiven die Verantwortlichen aus dem Sprengelhaus und vom QM. Es ging vor allem um die Zukunft des Nachbarschaftsladens. Die Finanzierung ist nur noch im nächsten Jahr gesichert, mit Weggang des Quartiesmanagements Ende 2016 besteht aber ein Problem.


Leider kann die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung keine dauerhafte Förderung zusagen, und auch der Bezirk Mitte fühlt sich hier nicht zuständig oder in der Lage (anders als in anderen Bezirken). Wieder einmal ist jedoch klar geworden: Ohne eine gesicherte, dauerhafte Infrastruktur kann eine so gute Nachbarschafts- und Kiezarbeit nicht funktionieren. Der Dialog soll weitergeführt werden.