Und Emotionen kann man nicht immer im Zaum halten!

Dieses Wochenende werde ich mich wieder auf den Weg ins Berliner Olympiastadion machen und meine Hertha gegen M’gladbach zum Sieg anfeuern. Friedlich und mit viel Leidenschaft, wie jedes Spiel! Als Dauerkarteninhaber für die Ostkurve stehe ich dafür 2h vor Spielbeginn vor den verschlossenen Toren und die kompletten 90 Minuten des Spiels in der Kurve. Meine Stimme ist nach so einem Tag meistens nicht mehr zu gebrauchen. Aber das ist auch egal. Mit Freunden, Kumpels und wild fremden Leuten einfach ein paar Stunden alle Gefühle ob wunderbar oder katastrophal zu teilen ist… herrlich!

So, jetzt zu dieser unsäglichen Debatte die gerade geführt wird. Ich finde es erschreckend auf welche Art ALLE Fans in einen Topf gesteckt werden und auf diesen dann: „Gewalttätige Verbrecher“ geschrieben wird. Ich will hier keines Falls alles verharmlosen. Wie überall im Leben gibt es auch bei uns Fußballfans Schwarze Schafe die maßlos über die Strenge schlagen. Diese Schwarzen Schafen schaffen es durch die Presse und völlig hysterische und inkompetente Führungsriegen beim DFB eine ganze Kultur in den Dreck zu ziehen. Wenn der Einsatz von Pyrotechnik und Gesänge unter der Gürtellinie mit brutale Übergriffen und Knallkörper-Würfen von kriminellen Einzelpersonen gleichgesetzt werden, dann läuft etwas falsch in der Diskussion. Anstatt auf Kommunikation setzt man derzeit beim DFB voll auf Eskalation. Wenn man der kompletten Fan/Ultra-Szene, die sehr diszipliniert für einen kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik und die Anerkennung von Fan-Kultur (Flaggen, Banner, Megafonen bei Auswärtsspielen) kämpft, vor den Kopf stößt, dann darf man sich nicht wundern dass es zu einer Eskalation kommt.

Diese Trotzreaktion hat nun in einigen extremen Beispielen überhand genommen. Dies bewerte auch ich kritisch. Es wäre nun an der Zeit, vom DFB, auf die Fan-Szene zuzugehen und neue Gespräche anzubieten. Es kann nicht verlangt werden, dass dieses Angebot wieder von den Fans kommt. Wir haben uns den kompletten Saisonstart zusammengerissen und auf jeglichen Einsatz von Pyrotechnik verzichtet. Dieses Entgegenkommen wurde mit Missachtung gestraft! Wenn JETZT ein Zeichen vom DFB gesetzt werden würde, dann wäre dies kein Zeichen von Schwäche sondern von Stärke. Denn die Eskalationen wird auch in den Fan-Lagern kritisch gesehen. Noch!

Nächstes Jahr werde ich als Vertreter der Piratenfraktion am Fan-Kongress 2012 in Berlin teilnehmen und mich (hoffentlich) als zukünftiges Mitglied des Sportausschusses auch auf politischer Ebene für die Interessen der Fans einsetzen. Nicht nur im Fußball!